Pferde

Jetzt reichts! Womit? Mit Allem!

Gastbeitrag im Ladies Drive Magazin – Juli 2018

Burnout, Krankheit, Unfälle, Kopfweh, Bauchschmerzen, Unzufriedenheit … alles Botschaften Deines Körpers, dass es jetzt reicht! Etwas muss sich dringend ändern. Lange hat Dein Körper Dir kommuniziert, dass etwas nicht stimmt, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist. Nur hast Du die Botschaft bisher ignoriert oder unterdrückt.

Was machst Du, wenn Du müde bist? Trinkst Du dann noch einen Kaffee und machst einfach weiter? Oder nimmst Du die Botschaft ernst und schenkst Dir eine Ruhepause? Selber trinke ich kaum Kaffee und wenn, dann mit einem feinen Stück Kuchen, aber selten, weil ich müde bin und mich wachhalten muss, um durch den Tag zu kommen. Wenn ich zwei Tage nacheinander Kaffee ohne Kuchen trinke, achte ich drauf, am Wochenende eine Pause zu machen, damit sich mein Körper wieder regenerieren kann.

Wie ist es beim Schnupfen? Holst Du Dir ein Nasenspray und es geht weiter oder kann es auch sein, dass Du irgendwo „die Nase voll hast“? Hast Du eine Grenze überschritten? Wir nehmen solche körperlichen Empfindungen als Störfaktor wahr, aber bei einer genaueren Betrachtung steckt oft eine Botschaft dahinter.

Grenzen setzen

Was hat da alles mit Grenzen setzen zu tun? Ziemlich viel. Wenn Dein Körper Dir mit einem Burnout oder Unfall die Notbremse zieht, ist eine unbefriedigende Situation schon lange vorhanden. Solche Situationen entstehen nicht von heute auf morgen. Mit kleinsten Signalen macht unser Körper uns auf etwas aufmerksam.

 Obwohl Frauen aus diversen Gründen ein Coaching in Anspruch nehmen, kommen wir irgendwann immer auf das Thema Selbstachtung. Eine Kundin hatte die Aufgabe, mit dem Pferd auf dem Waldweg spazieren zu gehen. Stattdessen hat das Pferd sie immer wieder am

Führseil mitgezogen als es gegrast hat. Ich fragte sie, warum sie das zulässt und es nicht korrigiert. Sie sagte, sie hätte ein schlechtes Gewissen dabei. Und so war die Situation auch zu Hause: Sie konnte ihren Sohn nicht dazu bringen, sein Zimmer sauber zu halten, und ihr Mann hat sie drei Mal verlassen und kam drei Mal wieder zurück. Mit anderen Worten, das Wohlbefinden anderer Menschen war ihr wichtiger als ihr eigenes. Trotz emotionalem Schmerz hatte sie zu viel Angst davor, was andere über sie denken würden, wenn sie mal Ja zu sich und Nein zu anderen sagen würde. Sie hatte Angst, von anderen nicht geliebt zu werden.

Dieses Muster war auch mit ihrem Pferd erkennbar. Auch hier erlebte sie viel Schmerz (in diesem Fall physischen), bevor sie zu ihrem Wohl reagierte. Sie ist mehrmals vom Pferd gefallen, bevor sie lernte, auf ihren Körper zu hören und zu agieren, bevor das Pferd buckelte. Als sie das tat und das Pferd ihre starke Führung spürte, hat sich das Problem gelöst.

Mit den Pferden lernte sie, vermehrt auf ihren Körper zu hören und sich konsequent durchzusetzen, bevor eine Situation sich zu einem Problem entwickelte.

Berufsalltag

Warum kommt es heutzutage am Arbeitsplatz so oft zu einem Burnout? Seit Monaten ist man gestresst, total müde, ungeduldig, unzufrieden usw. Oft überwiegt die Angst vor einem Stellenverlust oder bei einer Beförderung übersehen zu werden die eigene Gesundheit und Liebe zu sich selbst. Hier muss man sich die Frage stellen, ob man für einen Arbeitsgeber arbeiten möchte, wo Überstunden und Stress (Grenzüberschreitungen gegenüber dem Mitarbeiter) als Norm gelten. Projektbezogen und befristet ist das OK, aber es darf kein Dauerzustand sein. Bevor es zum Burnout kommt, hat Dein Körper Dir schon lange mitgeteilt, dass Du nicht mehr im Gleichgewicht bist: Immer wieder Kopfschmerzen, nicht schlafen können, nicht abschalten können, am Sonntagabend schon Stress wegen Montagmorgen, Tabletten nehmen. Wenn Du nicht reagierst, bleibt dem Körper nichts anderes übrig, als sich mit einem Burnout zu retten. So sagt er dem Menschen: Mir reicht es, ich mag nicht mehr!

Ganzheitlicher Ansatz

Da der Mensch aus Körper, Seele und Geist besteht, gibt es auch Bedürfnisse auf diesen verschiedenen Ebenen – körperliche, emotionale, mentale und spirituelle. Damit überhaupt eine Grenze gesetzt und kommuniziert werden kann, musst Du wissen, was Du auf jeder Ebene brauchst, damit Du Dich wohl fühlst.

Ich fühle mit wohl, wenn ich täglich in der Natur bin, so dreimal in der Woche Sport mache, genug schlafe, gesund esse. Wenn ich hingegen dreimal nacheinander zu spät ins Bett gehe, bin ich nicht nur müde, sondern schneller gereizt, ungeduldig und kann mich nicht gut konzentrieren. Dann lasse ich meinen Frust an anderen aus, obwohl sie mir nur aufzeigen, dass ich nicht im Gleichgewicht bin.

Auf der emotionalen Ebene verbringe ich gerne Zeit mit Familie und Freunden. Mental lerne ich gerne Neues, werde gerne gefordert, erweitere meine Horizonte durch Reisen, und den

Austausch mit neuen Menschen. Die spirituelle Ebene beinhaltet Zeit für mich, Zeit zum Reflektieren, meinen Blick nach Innen zu richten, mich selber wieder zu spüren: Wie fühle ich mich, was tut mir gut, wo mache ich etwas, das mir nicht gut tut, was möchte ich dadurch ändern/loslassen?

Was ist für Dich in Deinem Leben wichtig? Wenn das klar ist, dann richte Dein Leben nach diesen Prioritäten, sodass es Dir gut gehen kann. Je ausgeglichener Du bist und je wohler Du Dich fühlst, je einfacher ist es, Dich von anderen Menschen und Situationen abzugrenzen. Dann kommt Empathie für andere und ihre Situation aus einer Position der Stärke. Oft werden wir in Dramen verwickelt, weil wir selber nicht wissen, was wir wirklich möchten und brauchen und dadurch emotional und impulsiv reagieren.

Schlüssel

Höre vermehrt auf Deinen Körper, er wird Dir sagen, wie es ihm geht und was er gerade braucht, damit es Dir gut geht.

Wenn etwas innerlich stimmig ist, dann fühlt es sich im Körper auch gut an. Wenn Du aber innerlich Widerstand spürst, z.B. Knoten im Bauch, leichten Druck im Kopf, Wut oder Anspannung, dann sagt der Körper, dass Du nicht im Einklang bist mit dem, was Du machen möchtest. Du riskierst, eigene Grenzen zu überschreiten bzw. eigene Bedürfnisse zu unterdrücken.

Sobald Du Dir mehr Achtung schenkst, werden es andere Menschen auch tun.

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